Nachdem die Rostocker Nasenbären der Einladung zum diesjährigen Seidenspinnercup nicht folgen konnten, wurden die Buffalos als ähnlich guter Ersatz kurzfristig eingeladen. Dieser Satz ist so nicht richtig, denn mit C. Ciupka und F. Thomas gespickt, verbarg sich hinter den braunen Trikots ein Mix aus Büffeln und Nasenbären. Als Gastgeber, der bereits sechsten Auflage des Turniers in Krefeld, organisierten die Bockumer Bulldogs am Nikolauswochenende ein zweitägiges Hockeyfest, dass nichts zu wünschen übrig ließ.

Ein Beleg für die perfekte Organisation war der Umstand, dass die Büffel, als Mannschaft mit der weitesten Anreise, erst Sonnabend Mittag ins Spielgeschehen einstiegen. Mit der zweiten Vertretung des Crefelder SC stand somit der Vizemeister der Regionalliga West auf dem Platz, keine leichte Aufgabe zum Auftakt. Zwanzig Minuten später konnten sich die Büffel über die ersten Punkte in der Vorrunde freuen und in Ruhe ihr Lager in der Trainingshalle aufschlagen. Erstaunlicher Weise war diese, eigentlich mit Abstand größte und luxuriöseste Umkleidekabine, noch unbesetzt und wurde somit unverzüglich okkupiert. Die Zeit zur nächsten Begegnung ließ sich so mit diversen Hockeyspielen in der Umkleide ausfüllen, bevor es im zweiten Vorrundenspiel gegen die Sharzifer, einem bunten Mix mit Spielern aus Kiel, Hamburg und Lüneburg, ging. In einem ausgeglichen Spiel war die Punkteteilung angesichts der gegenseitigen Sympathie die logische Konsequenz. Damit musste jedoch im letzten Spiel des Tages gegen den Bundesligaaufsteiger Ahaus ein Sieg her. Das dieser ausgerechnet durch Schnitzels erstes Turniertor erzielt wird, kann angesichts der Vorgeschichte nur als Regiestreich verstanden werden. Am Ende bezog man in der Krefelder Innenstadt Quartier und konnte sich auf das anstehende Viertelfinale gegen Kaarst freuen.

Mit den Crash Eagles stand am Sonntag Morgen der sechste der 1. Bundesliga Nord auf dem Frühstücksplan. Umso überraschender war der am Ende deutliche Einzug in das Halbfinale. Hier standen sich Hauptstadt gegen Ex-Hauptstadt, also Berlin gegen Bonn gegenüber. Mit dem Sieg gegen den glücklichen Bonner Donner konnte neben dem Einzug ins Finale auch die Weitersicherung des Hauptstadtstatus gefeiert werden. Sofern man auch im Finale auf die lautstarke Unterstützung der Sharzifer-Nordlichter bauen konnte, schien der Turniersieg nun im Bereich des Möglichen. Doch zuvor galt es die Fanfreundschaft zu Sharzifer in Form eines 20 minütigen Fangesangs weiter zu vertiefen. Am Ende ist auch für die Platzierung der Nordlichter nur die Ziffer eins in Form des 11. Platzes reserviert. Das Finale des Turniers heißt letztendlich Kerpen gegen Berlin, also das Duell der Vierten beider zweiten Bundesligen. Beide Teams sind jung und spielen ein freches offensiv ausgerichtetes Hockey. Spätestens nach dem unvergesslich schönen Jubelkonter im Halbfinale gegen Uedesheim haben auch die Kerpener Barracudas alle Sympathien der Zuschauer auf ihrer Seite. Am Ende sind es Kleinigkeiten die den Unterschied ausmachen. Mit dem Siegtreffer zum 1:0 erfüllt sich P. Fiedler seinen Jugendtraum und entführt zusammen mit M. Beck, C. Ciupka, S. Kleemann, O.Laux, L. Martin, J. Müller, F. Rudloff, D. Schmiege und F. Thomas den Pott aus dem Pott nach Berlin.